Der Begriff „handgefertigte Keramik“ taucht heute sehr häufig auf. Er kann jedoch ganz unterschiedliche Prozesse beschreiben: von einem in einem einzigen Exemplar geformten Gefäß bis zu einem Produkt, das aus einer Form entsteht, aber von Hand fertiggestellt, glasiert und kontrolliert wird.
Wie ist es bei Kyuka?
Wir sind ein Designstudio und eine kleine Manufaktur. Zuerst entwerfen wir den Gegenstand, bereiten Prototyp und Form vor, und fertigen anschließend kleine Serien in unserer Werkstatt in Milanówek.
Die Form erlaubt es uns, die charakteristische Form des Entwurfs zu bewahren. Die Handarbeit sorgt hingegen dafür, dass jedes Exemplar viele individuelle Etappen durchläuft und nie eine anonyme Kopie ist.
Alles beginnt mit dem Entwurf
Bevor ein fertiger Becher, eine Kerze oder eine Schale entsteht, arbeiten wir an Proportionen, Henkel, Wandstärke und Art der Nutzung.
Ein guter Becher darf nicht nur auf dem Foto attraktiv sein. Er muss bequem in der Hand liegen, einen richtig geformten Rand haben und nach dem Befüllen stabil bleiben.
Ähnlich ist es bei einer Kerze. Die Form sollte vor dem Anzünden, während des Brennens und nach dem Verbrauch des Wachses gut aussehen.
In dieser Phase entstehen Skizzen und Prototypen. Nicht alle gehen in die Produktion. Manchmal verändert eine kleine Änderung des Henkelwinkels oder der Gefäßhöhe vollständig, wie der Gegenstand benutzt wird.
Eine kleine Serie bedeutet keine identische Massenproduktion
Die Verwendung einer Form ermöglicht es, die entworfene Form zu reproduzieren, doch die weitere Arbeit erfolgt weiterhin von Hand.
Jedes Exemplar muss aus der Form genommen, gereinigt, geglättet, getrocknet und dann zum Brennen vorbereitet werden. Je nach Kollektion wird der Gegenstand glasiert, in der natürlichen Materialoberfläche belassen oder von Hand bemalt.
In der Kollektion DaDa tragen wir schwarze Pinselstriche von Hand auf helles Porzellan auf. Das Linienmuster ist nicht gedruckt und wiederholt sich nicht mechanisch. Dadurch gehören zwei Becher zur gleichen Kollektion, haben aber jeweils ihre eigene Zeichnung.
Woher kommen die Unterschiede zwischen den Exemplaren?
Keramik verändert sich beim Trocknen und Brennen. Das Material schrumpft, die Glasur reagiert auf die Temperatur, und die Handverzierung legt sich auf jeder Oberfläche etwas anders.
Deshalb können kleine Unterschiede auftreten bei:
- Farbton,
- Glasurverteilung,
- Oberflächenstruktur,
- dem handgemalten Muster,
- den Maßen,
- der Art, wie das Porzellan Licht durchlässt.
Nicht jede Unregelmäßigkeit ist jedoch ein Merkmal des Handwerks. Jedes Produkt sollte stabil, funktional und sicher in der Nutzung sein. Exemplare, die unseren Qualitätsstandards nicht entsprechen, gelangen nicht in den regulären Verkauf.
Handfertigung bedeutet keinen Mangel an Kontrolle. Sie bedeutet Kontrolle, die von Menschen in den einzelnen Arbeitsschritten ausgeübt wird.
Warum dauert die Herstellung einer kleinen Serie?
Bei Keramik lässt sich nicht alles beschleunigen.
Ein Gefäß muss in Ruhe trocknen. Zu schnelles Trocknen kann zu Verformungen oder Rissen führen. Auch das Brennen benötigt ausreichend Zeit, ebenso wie das Abkühlen des Ofens. Ihn zu früh zu öffnen kann die Ergebnisse vieler vorheriger Arbeitsstunden zunichtemachen.
Hinzu kommen Fertigstellung, Glasur, Qualitätskontrolle und bei Kerzen zusätzlich die Vorbereitung von Wachs, Duft und Docht.
Wenn wir also mitteilen, dass ein Produkt zu einem bestimmten Termin fertig sein wird, ist das keine Wartezeit auf eine Lagerlieferung, sondern die Zeit, die tatsächlich benötigt wird, damit der Gegenstand entsteht.
Handwerk und Design müssen sich nicht ausschließen
Handwerk wird manchmal mit Improvisation assoziiert, Design mit industrieller Wiederholbarkeit. Wir suchen den Raum zwischen diesen beiden Welten.
Wir wollen Gegenstände schaffen, die bewusst gestaltet, funktional und wiedererkennbar sind, aber lokal, in kleinen Serien und mit erkennbaren Spuren menschlicher Handarbeit hergestellt werden.
Dadurch kann ein Becher ein bequemer Alltagsgegenstand und gleichzeitig ein kleines Kunstobjekt sein.
Wie erkennt man authentisch handgefertigte Keramik?
Vor dem Kauf lohnt es sich zu prüfen:
- ob die Marke ihre eigene Werkstatt und den Produktionsprozess zeigt,
- wo die Gegenstände hergestellt werden,
- wer sie entwirft,
- ob die verwendeten Materialien beschrieben werden,
- ob über mögliche Unterschiede zwischen den Exemplaren informiert wird,
- ob auch Details und Oberflächen gezeigt werden, nicht nur Visualisierungen.
Am wichtigsten bleibt Transparenz. Der Kunde sollte wissen, ob er ein industrielles Produkt, ein handdekoriertes Halbfabrikat oder einen von Anfang bis Ende in einer bestimmten Werkstatt gefertigten Gegenstand kauft.
Bei Kyuka treffen Design, Prototyping und Produktion an einem Ort zusammen. Dadurch können wir nicht nur das Aussehen des Produkts kontrollieren, sondern auch, wie es sich anfühlt, genutzt und aufbewahrt wird.
